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Postpartale Depressionen

– "Nehmt es weg von mir. Depressionen nach der Geburt eines Kindes"

Bei Müttern von Neugeborenen wird Glücklichsein, eine "blühende innere Landschaft" assoziiert. Die Vorstellung einer kargen und schwermütigen inneren Landschaft erscheint auf den ersten Blick kaum vereinbar mit der Ankunft eines Babys. Dem "Baby-Blues" oder den "Heultagen" etwa drei bis fünf Tage nach der Geburt wird aufgrund der Erschöpfungssituation meist noch verständnisvoll begegnet. Anders verhält es sich mit krankheitswertigen Depressionen, die bei Frauen nach einer Entbindung auftreten. Hier reagiert das soziale Umfeld nicht selten befremdet: Wie kann es sein, dass eine Mutter auf das freudige Ereignis mit Trauer reagiert?

Dieses scheinbar paradoxe Phänomen zu beleuchten, das die betroffenen Frauen, und ihre Familien erheblich belastet, ist Anliegen der Autorin, die ihre Kompetenz aus jahrelanger Hebammentätigkeit und anschließendem Psychologiestudium bezieht. Den detaillierten Einzellfallanalysen von drei Frauen – alle erstgebärend und sich in einer stabilen Partnerschaft befindend, die zum ersten Mal unter einer depressiven Erkrankung leiden – wird das Erleben nichtdepressiver Mütter gegenübergestellt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bei postpartal depressiven Frauen biographischen Belastungsfaktoren eine bedeutende Rolle zukommt, die Erkrankung also nicht lediglich mit situativen Stressoren erklärt werden kann. Demnach greift eine Beschränkung auf alltägliche Unterstützungsangebote in therapeutischem Sinne zu kurz: eine Psychotherapie ist bei postpartalen Depressionen – genau wie bei von der Geburt eines Kindes unabhängig auftretenden depressiven Erkrankungen – dringend angezeigt Alltäglichen Unterstützungsangeboten kommt dabei jedoch eine zentrale Rolle zu, da sie es der Mutter erst ermöglichen, regelmäßige Termine ohne ihr Kind wahrzunehmen.

Das Buch schließt mit Empfehlungen für betroffene Frauen und ihre Angehörigen.

Das Buch ist 2003 bei Vandenhoeck & Ruprecht erschienen.

 

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© 2003-2004 http://www.qualitative-forschung.de/publikationen/postpartale-depressionen/, Status: 21. März 2004